Grußwort des Oberbürgermeisters Dr. Wengert zur Buchvorstellung

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Sehr geehrte Frau Dr. Dobner,
Sehr geehrter Herr Dr. Wißner,
Sehr geehrter Herr Vorsitzender Ganser,
Sehr geehrte Damen und Herren,


Die Tatsache, dass der Oberbürgermeister ein Buch präsentiert, und noch dazu in einem so attraktiven Ambiente wie dem Botanischen Garten, ist außergewöhnlich. Es muss demnach ein besonderes Buch und ein besonderes Fotoobjekt sein, das ihn dazu veranlasst. In der Tat ist der Bildband, der heute der Öffentlichkeit vorgestellt wird, etwas Besonderes, denn "Augsburg - Bilder einer Stadt " ist der erste Fotoband über Augsburg seit 1986! Seitdem hat sich unsere Stadt weiterentwickelt, und dieser neue Bildband dokumentiert die Veränderungen in künstlerischer Form. Geändert hat sich in den vergangnen zwei Jahrzehnten nicht nur die Wirklichkeit, sondern auch unser Blick auf Augsburg. Fabrikgebäude und Häuser aus der Frühzeit der Industrialisierung beispielsweise werden in ihrer architektonischen Besonderheit und ihrem historischen Wert bewusster wahrgenommen als noch vor 20 Jahren.
Daher sind wir dankbar, dass sich der Wißner-Verlag, der bereits eine lange Tradition und große Erfahrung mit Augustana hat, sich die Aufgabe gestellt hat, einen modernen Bildband über unsere Stadt zusammen zu stellen. Er soll neben dem Augsburg der Römer und Fugger, dem Augsburg der Handwerker und großen Baumeister auch das Augsburg der Industriezeit, der Nachkriegszeit und der Gegenwart zeigen. Mit Ihnen, Herr Dr. Wißner, hoffen wir, dass auch die Augsburger Museen, die in der vorliegenden Ausgabe ausgespart wurden, da sie sich derzeit in einer Umbau- und Umbruchphase befinden, in späteren Auflagen berücksichtigt werden.
Der französische Dichter Mallarmé sagte einmal, alles auf der Welt sei dazu da, in einem Buch zu landen. 15 Fotografen und ein Verleger haben sich zusammen gefunden, damit Augsburg wieder in einem Buch landet. Zudem haben sie auch gleich das Sprichwort erfolgreich widerlegt, dass zu viele Köche den Brei verderben. Denn dieser Fotoband ist nicht einfach eine Kollektion individueller Fotografien, sondern fügt sie wie ein Puzzle zu einem harmonischen Ganzen. Die Zusammenstellung der Fotos ist thematisch und farblich so komponiert, dass sich gegenüberliegende Seiten nach Motiv, Farben und Stimmung aufeinander beziehen oder ergänzen. Die wahre Kunst - und sicherlich auch die Sisyphusarbeit - bestand darin, dabei den Einzelaufnahmen ihren künstlerischen Eigenwert und ihr individuelles Gewicht zu lassen. Eine solche Könnerschaft beruht auf fachlichem Wissen, einem künstlerischem Blick und nicht zuletzt auf Tradition. Die Fotokünstler des Augsburg-Buches pflegen diese Tradition bei den "Lichtbildfreunden Augsburg ", einem Fotoclub, der im Jahr 1900 gegründet wurde und zu einem der ältesten in Deutschland zählt. Mit dieser Ausstellung feiert er nachträglich sein 100-jähriges Bestehen. Dazu darf ich Ihnen,sehr geehrte Lichtbildfreunde, herzlich gratulieren. Von der Qualität und der Bandbreite der Arbeiten können Sie sich in der hier präsentierten Ausstellung des Fotoclubs überzeugen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
"Fotografieren heißt Bedeutung verleihen", sagte Susan Sonntag einmal. Dabei, so die amerikanische Essayistin, plündert und bewahrt, verurteilt und verklärt der Fotograf sein Objekt. In diesem Sinn haben auch die Künstler dieses Fotobands persönliche Akzente gesetzt. Der Blick des Fotografen konzentriert sich so auf unbeachtete Details, etwa die Klingelzüge an den Fuggereihäuschen, die erst durch die Detailaufnahme voll zur Geltung kommen. Aber auch ungewohnte Perspektiven erneuern unseren Blick auf bekannte Denkmäler: so kommt das großartige Ensemble des Augustusbrunnens aus der Vogelperspektive viel stärker zur Geltung als aus der gewohnten Perspektive aus Augenhöhe.
Ein schöner Bildband beeinflusst unsere Sehgewohnheiten auch noch auf andere Weise: Durch die Vorherrschaft des Fernsehens sind wir heute vor allem an bewegte Bilder gewöhnt. Ein Fotoband hingegen bietet statische Bilder, er lädt zu längerer und wiederholter Betrachtung und zur Entdeckung der Details ein. Er hilft uns vielleicht auch zu einer neuen Begegnung mit einer 2000-jährigen Stadt, so dass sich die Aussage des amerikanischen Fotografen Emmet Gowin bestätigt: "Die Fotografie ist ein Hilfsmittel zur Auseinandersetzung mit Dingen, die jeder kennt, ohne sich damit zu befassen."
Ich bedanke mich bei Herrn Dr. Wißner, dessen persönliches Engagement diesen aufwändigen Bildband ermöglicht hat. Mein besonderer Dank gilt den Fotografen,die ihre Bilder für dieses Projekt kostenlos zur Verfügung gestellt haben.

Ich wünsche den "Bildern unserer Stadt ", dieser Stadtgeschichte in Buchform, viele Betrachter: Augsburger, die ihre Stadt neu entdecken, Gäste, die durch das Buch zu einem Besuch angeregt werden oder sich gerne an einen Aufenthalt in Augsburg erinnern!

Der Fotoausstellung der Lichtbildfreunde Augsburg wünsche ich viele interessierte Besucher!
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